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Schulverlagerungspläne verhöhnen Dresdner Schülerschaft - Jusos Dresden kritisieren Kehrtwende der Stadtverwaltung

Pressemitteilung

Der Jugendverband der Dresdner SPD kritisiert die neuerlichen Pläne der Dresdner Stadtverwaltung zur Kosteneinsparung vermehrt Schülerinnen und Schüler auf Bildungseinrichtungen im Dresdner Umland zu verweisen. Laut den neuerlichen Planungen der Stadt sollen Teile der Berufsschulen in von Schließung bedrohte oder leer stehende Gebäude in den Nachbargemeinden verlagert werden. Gegen diese Pläne hatten sich bereits im Laufe des Jahres massive Proteste geregt, bis der Stadtrat schließlich im Sommer diese Idee ablehnte.

"Dass solche Vorschläge wieder aufkommen, offenbart eine tiefgehende bildungspolitische und demokratische Ahnungslosigkeit innerhalb von Teilen der Stadtverwaltung." so der Dresdner Juso-Vorsitzende Stefan Engel. "Anfang diesen Jahres hatte sich die Dresdner Schülerschaft in Form des Stadtschülerrats und des Aktionsbündnisses "Macht?Schule.Bildung!“ in vielen kreativen Aktionen gegen solche Planungen gewandt. Hier wurde Demokratie durch junge Menschen gelebt und führte schließlich auch zum Erfolg: Zumindest dieser Teil der Planungen im Schulnetzplan wurde abgeändert. Eine Kehrtwende an dieser Stelle führt zu nichts außer viel Kopfschütteln und Frustration bei bildungspolitisch aktiven Jugendlichen" so der Juso-Chef. Doch nicht nur dieser Punkt ist für Engel problematisch: "Die Verlagerung von Schulen ins Umland offenbahrt auch eine falsche Prioritätensetzung: Anstatt Bildung als kostbares Gut anzuerkennen, werden Schülerinnen und Schülern noch längere Anfahrtswege zugemutet. Von den entstehenden Fahrtkosten ganz zu schweigen. Durch solche Planungen werden Bildungslaufbahnen zum reinen Lotteriespiel."

Die Jusos Dresden wenden sich aber auch gegen neuerliche Planungen die 88. Mittelschule die zugunsten einer erweiterten 88. Grundschule aufzugeben: "An dieser Stelle werden derzeit Schüler gegen Schüler ausgespielt. Nach der Schließung der Graupaer Mittelschule im Jahr 2005 wurden gezielt Schüler an die Mittelschule in Hosterwitz gelockt. Nun sollen diese für eine verfehlte Dresdner Schulnetzplanung bluten. Hier dominiert eine Verschiebebahnhof-Mentalität der Stadtverwaltung, die erfolgreiche Bildungskonzepte oder wohnortnahen Unterricht geflissentlich ignoriert." so der Vorsitzende des SPD-Jugendverbandes abschließend.

Die Jusos Dresden sind als Jugendorganisation der SPD mit etwa 400 Mitgliedern der größte politische Jugendverband in der Landeshauptstadt.

 
 

Kommentare

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88. Mittel- und Grundschule

Es ist nicht die Stadtverwaltung, sondern der von CDU und FDP dominierte Stadtrat, der am Beispiel der 88. Mittelschule eine Verschiebebahnhof-Mentalität praktiziert hat - leider auch mit Unterstützung der SPD. Weder die per Bus anreisenden Mittelschüler noch die in Pillnitz wohnenden Grundschüler können so wohnortnah zur Schule gehen. Der Vorschlag der Stadtverwaltung ist insofern absolut nachvollziehbar. Bitte besser recherchieren! (Und zum Argument der 2005 aus Graupa angelockten Mittelschüler: die sind längst aus der Schule raus...)

Autor: Leonard Müller, Datum: 03.01.2013, 15:11 Uhr