
2010 – Wir feiern zum 100. Mal den Internationalen Frauentag. Was ist erreicht worden und wo muss die Politik nach vorn schauen und die Gleichstellung von Frau und Mann weiter vorantreiben?
Im Jahre 1910 wurde auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz auf Vorschlag der Sozialistin Clara Zetkin zur zum ersten Mal der Internationale Frauentag (IFT) gefeiert. Dies war vorerst auf wenige Länder beschränkt, unter anderem Deutschland. Das war aber noch lange nicht der 8. März. Erstmals wurde der IFT am 19. März, für die Gleichstellung der Frau und den Kampf für das Wahlrecht der Frauen, gefeiert. Dies war der Gedenktag für die in der Märzrevolution 1848 gefallenen Frauen.
Die Jusos Dresden begehen den Frauentag heute ab 16:00 auf der Prager Straße mit verschiedenen Aktionen!
Im Jahre 1917, genauer am 8. März, streikten in Sankt Petersburg erstmals Bauern-, Arbeiter- und Soldatenfrauen und lösten somit die Februarrevolution aus. Aus diesem Grunde wurde auf der zweiten Kommunistischen Frauenkonferenz der 8. März zum Internationalen Frauentag ernannt.
Vorerst ging es darum, dass Frauen aktiv an Wahlen teilnehmen konnten. Nachdem dieses Ziel erreicht worden war, hat man sich den sozialen Missständen zugewandt, zum Beispiel der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches.
In der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde der IFT von den Nazis verboten, stattdessen wurde der Muttertag (sogar als Feiertag) eingeführt, weil dieser eher dem nationalsozialistischen Frauen- und Mutterbild entsprach.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1948 der IFT erstmals wieder gefeiert, allerdings nur in der sowjetischen Besatzungszone; in den alten Bundesländern wurde dieser nur von Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten begangen und verlor bis in die 60iger Jahre an Bedeutung. Erst Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre, mit Beginn der Frauenbewegung ,rückte der 8. März wieder ins Bewusstsein. 1975 richteten erstmals die Vereinten Nationen eine Feierlichkeit anlässlich des IFT aus, zwei Jahre später wurde dieser Tag durch die Generalversammlung der UN anerkannt.
Heute ist in einigen Ländern der 8. März als Feiertag ausgewiesen, gerade im osteuropäischen und asiatischen Raum. In Deutschland wird neben der Gewalt an Frauen stark das Thema ungleiche Bezahlung in den Mittelpunkt gestellt. Gehaltsdefizite bis zu 20 % im Vergleich zu den männlichen Kollegen sind keine Seltenheit.
Mehr denn je müssen wir uns dafür einsetzen, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht nur eine Phrase ist, sondern wir dies gesellschaftspolitisch untermauern. Wir wollen die gleiche Bezahlung, wir wollen keine Unterdrückung von Frauen. Wir kämpfen für die gleichberechtigte Gesellschaft.