Foto: pixelquelle (Dresden) Thema des wöchentlichen Infostandes der Dresdner Sozialdemokraten am kommenden Freitag, dem 26. Mai von 16 bis 18 Uhr am Herbert-Wehner-Platz (vor der Altmarktgalerie), Ausgang Seestraße ist die medizinische Versorgung und sind speziell die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) (früher "Polikliniken").
"Neben der Diskussion um die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung stehen zunehmend auch Fragen von Strukturveränderungen im Gesundheitswesen im Sinne einer patientenorientierten und effizienten Versorgung im Vordergrund", sagt Joachim Preißler, Gesundheitswissenschaftler und Berater im Gesundheitswesen. "Von der Politik wurden mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz ab 2004 verschiedene Instrumente zur Verfügung gestellt. Im ambulanten Bereich sind das vor allem die Integrierte Versorgung, die die Qualität der medizinischen Betreuung verbessern soll sowie die Möglichkeit der Einrichtung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), vielen aus DDR-Zeiten noch unter dem Namen "Polikliniken" bekannt."
Die Idee der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) ist die Idee der koordinierten Behandlung aus einer Hand. Hausärzte, Internisten, Chirurgen u.a. Arztgruppen bis hin zu Zahnärzten können unter einem Dach zusammen arbeiten. Und zugleich können auch Apotheken und Therapeuten mit einem MVZ kooperieren. So werden Synergie-effekte genutzt und kurze Wege für die Patientinnen und Patienten möglich.
Welche Vorteile und Chancen bieten die Medizinische Versorgungszentren?
- Bündelung der medizinischen und therapeutischen Kompetenzen unter einem Dach
- Zeitersparnis für die Patienten durch kurze Wege zwischen den (Fach-)Ärzten u.a.
- Strukturierte Behandlung durch engere Zusammenarbeit der Ärzte und Therapeuten
- Vermeidung von Doppeluntersuchungen und von überhöhten Behandlungskosten
- Entlastung des medizinischen Personals von Verwaltungsaufgaben
- Gemeinschaftliche Nutzung der Räume und der Medizintechnik
- Wegfall des ökonomischen Risikos einer Praxisgründung für Ärzte
- Chancen für flexible Arbeitszeitregelungen
Wie viele Medizinische Versorgungszentren gibt es?
- die Resonanz auf die Möglichkeit zur MVZ-Gründung ist außerordentlich groß
- Ende März 2006: 420 MVZ mit 1.648 Ärzten, davon 960 im Angestelltenverhältnis
- in Sachsen gibt es derzeit 25 MVZ; in Dresden 6 Medizinische Versorgungszentren
- weiterhin gibt es eine hohe Nachfrage, so daß die Zahl der MVZ weiter steigen wird
Kliniken als Gründer von Medizinischen Versorgungszentren
Ein MVZ kann auch von einem Krankenhaus gegründet werden. Dadurch wird die Ver-zahnung von stationärer und ambulanter medizinischer Versorgung weiter verbessert.
Der Vorteil für die Patienten liegt v.a. in einer umfassenden, koordinierten Diagnostik.
Zugleich könnte damit die in den kommenden Jahren drohende Unterversorgung v.a. in der hausärztlichen Versorgung in Dresden abgemildert werden. Über 100 Hausärzte gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand und es ist kaum zu erwarten, daß die Mehrzahl der Praxen übernommen werden. Hier könnte die Angliederung von MVZ an die kommunalen Krankenhäuser helfen, die medizinische Versorgung in Dresden zu sichern.
Kontakt: Joachim Preißler (Tel: 0171 966 72 35)